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Empirische Studien sind der Zugang zu den Antworten auf viele Fragen und bieten somit die Möglichkeit, Diskussionen auf höherem Niveau und oftmals endlich mit Aussicht auf eine akzeptable Lösung zu führen.
Wie beispielsweise Befragungen durchgeführt werden müssen, damit sie die innerkirchliche Diskussion wirklich weiterbringen können anstatt nur politisches Instrument zu sein, zeigen wir ihnen hier exemplarisch an den Entwicklungsschritten einer Pfarrerinnen- und Pfarrerbefragung. |
Mögliche Ziele einer Pfarrerinnen- und Pfarrerbefragung |
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Befragungen sind ein hervorragendes Mittel der Interessenvertretung, da sie empirische Fakten abbilden, die zur Diskussion und Planung herangezogen werden können. Gleichzeitig liefern sie aber immer auch Informationen für Organisationsentwicklungsprozesse, da sie Defizite und Probleme aufzeigen. Auf diese Weise bieten sie eine wertvolle Chance für einen konstruktiven Dialog auf uns zwischen allen Ebenen.
Wichtig ist immer zu beachten, das die an eine Erhebung anschließende Diskussion der eigentlich zentrale Prozess ist. Liegt hierfür keine Bereitschaft vor, so kann von dem Aufwand einer empirischen Studie nur abgeraten werden. In dieser Phase liegt auch das innovative Potential der Befragung. In den zuvor in alle Differenzierungen zur Beantwortung angebotenen Fragestellungen manifestiert sich nun die Sicht der Befragten, anhand derer Probleme und Chancen lokalisiert werden können. Neue Ziele liegen somit auf der Hand: Von bspw. der Umstrukturierung des Fort- und Weiterbildungskatalogs bis hin zu einem Wandel der Kommunikationskultur. |
Mögliche Inhalte einer Befragung |
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Eine Befragung einer gesamten Berufsgruppe (Vollerhebung) bietet die Chance, nicht nur repräsentative, sondern im Bezug auf Detailfragen auch umfassende Informationen zu erhalten. Deswegen sollte die Wahl und Formulierung der Inhalte sehr sorgfältig vorbereitet werden. Das IWS setzt hierbei auf eine Mischung zwischen sehr enger Zusammenarbeit mit der gewählten Interessenvertretung, Experteninterviews sowie Gespräche mit den einzelnen involvierten Parteien. Die auf dieser Basis entwickelten Fragen bieten eine ideale Grundlage für die Weiterarbeit mit den Daten, da sie zuvor von allen Beteiligten akzeptiert wurden. Dass kritische Fragestellungen hierbei nicht auf der Strecke bleiben, zeigen die Erfahrungen wie die Ergebnisse (hierzu auch der Artikel: „Weichgespült“ oder „Stonewashed“? – Stand und Funktion kirchlicher Mitarbeiterbefragungen in den Landeskirchen). |
Zentrale Schritte bei der Durchführung |
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Für die sorgfältige Durchführung einer Befragung sind viele Detailschritte notwenig, die zumeist eine kontinuierliche und z.T. auch zeitaufwendige Mitarbeit des Auftraggebers erfordern. Dies gilt vor allem für die Explorationsphase, in der Themen erarbeitet und sorgfältig konkretisiert werden müssen, sowie für die Erstellung des Fragebogens. Gleichzeitig ist eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit notwendig, um den Prozess vor allem gegenüber der Pfarrerschaft transparent zu machen und auf diese Weise möglichen Ängsten vorzubeugen.
Grundlage einer gelungenen Mitarbeiterbefragung ist die Konzeption eines möglichst umfassenden und methodisch fundierten Messinstruments in Form eines Fragebogens. Dieser sollte sowohl allgemeine und somit vergleichbare Themengebiete einer Mitarbeiterbefragung (Situation, organisatorische Rahmenbedingungen, Zufriedenheit) als auch landeskirchlich spezifische Themengebiete aufgreifen.
Im Rahmen der inhaltlichen Konzeption sollen so viele Parteien wie möglich zu Wort kommen, denn nur auf der Basis umfassender Informationen kann die komplexe Wirklichkeit überhaupt ernstzunehmend statistisch dargestellt werden. Deswegen gehören zum Design der Befragung neben Expertenrunden mit Mitgliedern der Kirchenleitung sowie der gewählten Interessenvertretung auch eine größere Zahl an Expertengesprächen mit Pfarrerinnen und Pfarrern der Landeskirche in unterschiedlichen Funktionen und beruflichen sowie privaten Phasen. Ziel der Expertengespräche ist es, aktuelle Themen und Probleme sowohl im beruflichen Alltag der Pastorinnen und Pastoren als auch innerhalb der Landeskirche zu lokalisieren und bereits konzipierte Fragen nochmals inhaltlich abzusichern. Die Expertinnen und Experten werden vom Institut für Wirtschafts- und Sozialethik ausgewählt und bleiben im weiteren Prozess sowohl gegenüber der Kirchenleitung und dem Pastorenausschuss als auch gegenüber der wissenschaftlichen Öffentlichkeit anonym.
Damit die aus der Befragung resultierenden empirischen Daten diesen Kriterien der Anwendbarkeit und Vergleichbarkeit genügen, werden die folgenden Teilschritte der Konzeptionsphase mit besonderer Sorgfalt durchgeführt:
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Auswertung und Diskussion |
| Die aufwendigste Phase ist die der Datenauswertung. Hierfür sollte eine Spanne von mindestens einem halben Jahr eingeplant werden, in denen die deskriptiven Ergebnisse in Zusammenarbeit mit den am Prozess beteiligten Gremien gesichtet, mögliche Zusammenhänge herausgearbeitet und anschließend durch das Institut statistisch geprüft werden müssen. Erst durch diese inhaltliche Arbeit können Gründe für z.B. Unzufriedenheit geklärt werden, die die Basis für gezielte Interessenvertretung (beispielsweise für Stellenteiler, junge Pfarrerinnen und Pfarrer oder Frauen) liefern. Die Tiefenauswertungen können sich über mehrere Auswertungsdurchläufe erstrecken und enden im Idealfall mit einer schriftlichen Fixierung der Ergebnisse in Form einer oder mehrerer ausführlicher Publikationen. Gleichzeitig müssen die Ergebnisse innerhalb der Landeskirche kommuniziert und ein umfassender Diskussionsprozess angestoßen werden. Hier beginnt (s. o.) die wirkliche Arbeit. |
| Sollen Sie Fragen haben oder weitere Informationen wünschen, wenden Sich sich bitte an das Institut für Wirtschafts- und Sozialethik an der Philipps-Universität Marburg (siehe auch Kontakt). |